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Tipps & Kniffe für bessere Drehbücher



Warum funktionieren manche Drehbücher besser als andere?
Hier ein paar Anregungen, um die eigenen Werke abzuklopfen
und neue Wege zu gehen.



Szenen

Filmdialoge

Vermarktung

Aufbau

Figuren

Thema

Selbstmotivation




Szenen

 

Was tun, wenn man in einer Szene Fakten vermitteln muss, die für die Geschichte wichtig sind, dafür aber nicht sonderlich spannend? Lösung: Bauen Sie kleine Nebenhandlungen ein, die den Zuschauer fesseln. Wir wissen mehr als die Figuren. Zum Beispiel sitzt ein Ehepaar im Auto und redet. Im Kofferraum liegt eine Bombe. Wir alle wollen wissen, ob sie hochgeht.
Beispiel: Vincent und Jules sind auf dem Weg zu ihrem nächsten Job und reden über Hamburger und Fußmassagen. Die Spannung bleibt erhalten, weil sie Profikiller sind und der nächste Schusswechsel nur eine Frage der Zeit ist.

 

Steige in eine Szene so spät wie möglich ein und so früh wie möglich wieder aus. Zusätzlich können neutrale Zwischeneinstellungen genutzt werden, um vergehende Zeit innerhalb von Szenen zu verkürzen.

 

Suspense ist eines der wirksamsten Stilmittel im Film. Nicht erst Alfred Hitchcock wusste das. Suspense ist dramatische Ironie, dass heißt das Prinzip von Enthüllung und Widererkennen. Die Zuschauer erfahren etwas, was mindestens eine der Personen auf der Leinwand nicht weiß. Als Autor muss man jede Enthüllung irgendwann im Film auflösen, die Filmfigur muss also irgendwann herausfinden, was wir bereits wissen. Das Gegenteil von Suspense ist die Überraschung für alle Beteiligten und kann manchmal die spannendere Methode für den Plot sein.

 

Es gibt Vorbereitungsszenen, in denen sich Figuren auf eine bevorstehende dramatische Szene bereit machen (z.B. Rocky vor seinem Kampf).
Dann gibt es Nachlese-Szenen, in denen die hochdramatischen Szenen verdaut werden (z.B. Taxi Driver, wo nach der Schießerei alle Räume nach dem Blutrausch in Ruhe gefilmt werden).
Fehlen diese Szenen und folgt eine dramatische Szene auf die nächste bleibt dem Zuschauer keine Verschnaufpause und irgendwann schaltet das Gehirn ab (z.B. Armageddon, in dessen 2. Teil keine Pausen zwischen den Actionszenen gelassen wird).
Neben Vor- und Nachleseszene gibt es noch die Vorbereitung durch Kontrast. Man versetzt die Zuschauer in eine Erwartungshaltung, die in der nachfolgenden Szene im vollkommenen Gegenteil aufgelöst wird (z.B. das Ende bei Braszil, man erwartet ein Happy End und in der nächsten Szene liegt der Held tot auf dem Stuhl).

 

Methode: Platzieren und Ernten. Im Verlauf der Geschichte werden bestimmte Elemente platziert (ein Gegenstand, eine Geste, ein Kostüm, irgendetwas). Es wird wiederholt, damit es für den Zuschauer lebendig gehalten wird. Meistens wir das Element dann am Ende der Geschichte geerntet, wenn es einen neue Bedeutung für die Geschichte bekommt (z.B. wenn ein Kreuz an einer Kette am Ende eine Kugel abhält, die für den Helden bestimmt war). Das Platzieren und Ernten sollte dabei soweit wie möglich voneinander entfernt liegen.

 

Oft braucht der Autor nicht alle vollständigen Aktionen von Figuren zu zeigen, weil wir alle als geschulte Zuschauer diese Aktionen zu Ende denken können. Wenn alles gezeigt wird, wird es eher nur langweilig. Wir müssen nicht sehen, wie ein Polizist alle seine gekauften Donuts verputzt, um zu wissen, dass diese Figur sich schlecht ernährt.

 

Ein Drehbuchautor schreibt dem Regisseur in seinem Skript nicht vor, wo er die Kamera für eine Szene platzieren soll. Also vergesst Kamerafahrten und -positionen in euer Drehbuch zu notieren. Stattdessen verdeutlicht eure visuellen Vorstellungen durch Satzkonstruktion und beschreibende Details, damit der Regisseur gar keine andere Wahl hat, als eure visuellen Ideen umzusetzen.

 

Eine Aktion beinhaltet alles, was eine Figur in einer Szene tut. Handlung dagegen ist Aktivität, der ein ganz bestimmter Zweck zu Grunde liegt, weil sie die Figur in der Handlung weiter voranführt. Es sind Handlungen gemeint, die Emotionen und Wünsche ausdrücken. Diese müssen wir als Drehbuchautor vor Augen haben, wenn wir wirkungsvolle und entlarvende Szenen schreiben wollen.
Am besten geht man bei der Entwicklung einer Szene so vor: Erst Handlungen festlegen, die Einblicke in den Charaktereigenschaften der Figuren gewähren und die Geschichte vorantreiben, dann die Aktionen, Aktivitäten und den Dialog entwickeln, die diese Handlungen unterstützen. Das Publikum verinnerlicht eher visuelle Ereignisse, als das gesprochene Wort.

 

Die wenigsten Szenen handeln tatsächlich davon, worum es tatsächlich gerade geht. Wir Menschen und auch die meisten Filmfiguren gehen eine Sache frontal an. Sie versuchen Schwierigkeiten/Konflikten aus dem Weg zu gehen, weil sie Angst haben. Die meisten wollen sich lieber den Umständen anpassen. Hinter dieser Anpassung liegt unterdrückte Furcht oder Wut oder beides. In einer dramatischen Situation kommt das, was unterdrückt ist, an die Oberfläche. Und es sollte zuerst ein wenig unter der Oberfläche brodeln, sonst ist es zu plötzlich und nicht realistisch.



Filmdialoge

 

Zum Dialoge schreiben: Er kommt meist von selbst, weil man weiß, was die Figuren sagen sollen. Stelle dir die Szene vor, versuche dir vorzustellen, was du sagen würdest und wie du es sagen würdest. Beachte dabei die Gesetzmäßigkeiten der Figuren (hat sie einen Sprachfehler, Akzent etc.). Daraus ergibt sich der erste Dialog. Dann schreibe ihn um und kürze ihn. Und schließlich arbeite solange, bis die Szene so exakt ist, wie es nur geht.

 

Anforderungen an gute Dialoge: Sie müssen dem Charakter der Figur entsprechen, eventuell sogar auch für die angesprochene Figur. Sie müssen die Individualität des Sprechenden betonen, und gleichzeitig in stilistischer Hinsicht mit dem ganzen Drehbuch harmonieren. Sie müssen die Stimmung des Sprechers widerspiegeln, Emotionen vermitteln oder Einblick in die innere Verfassung gewähren. Sie müssen häufig die Motive des Sprechers zu erkennen geben oder einen Versuch, seine Motive zu verbergen. Sie müssen das Verhältnis des Sprechers zu den anderen Figuren durchblicken lassen. Sie müssen miteinander verknüpft sein, das heißt, aus einem früheren Stück Dialog oder einer früheren Aktion entstehen und zu einem anderen hinführen. Sie müssen die Handlung vorantreiben. Sie müssen manchmal Information oder Exposition befördern. Sie müssen oft zukünftige Entwicklungen andeuten. Sie müssen für das Publikum klar und verständlich sein.

 

Dialog funktioniert am wenigsten, wenn er einem sagt, was passiert.

 



Vermarktung

 

Diese Fragen stellen Produzenten an ihr Drehbuch:
Wer will diesen Film sehen?
Ähnelt er anderen Filmen, die zurzeit laufen oder gelaufen sind?
Wer kommt für die Hauptrollen in Frage?
Wie hoch ist das Budget?

 

Wenn man heiß geliebte Subplots vor Produzenten verteidigen muss, brauchen Sie verdammt gute Antworten auf folgende Fragen:
Was hat er in der Geschichte überhaupt zu suchen?
Wie hängt der Subplot mit dem Hauptplot zusammen?
Wird der Film beeinträchtigt, wenn man ihn raus nimmt?
Welche Beziehung besteht zum Thema des Films?

 



Aufbau

 

Was passiert in den drei Akten:
1. Hauptfiguren und Ausgangssituation der Geschichte werden eingeführt.
2. Weiterführung der Ausgangssituation zu einem Punkt wo es Konflikte und große Probleme gibt.
3. Auflösung der Probleme und Konflikte.

 

Ungewissheit für den weiteren Verlauf der Geschichte ist eine starke Waffe, die Zuschauer an die Geschichte zu fesseln. Solange uns die Personen interessieren, erleiden wir ihr Schicksal mit. Wir wissen nicht, was als nächstes geschieht und gerade wenn ausgetretene Storypfade und abgenudelte Handlungsmuster verlassen werden, sind wir auf die weiteren Geschehnisse gespannt.

 

Wenn Ihr Publikum in einem gewissen Maß mit den Figuren sympathisiert, versucht es den weiteren Verlauf zu erahnen. Es weiß was möglicherweise passiert und hat zusätzlich Interesse an dem einen oder anderen Verlauf der Handlung (durch persönliche Hoffnung oder Furcht). Beide Möglichkeiten hält es ernsthaft für wahrscheinlich. Genial ist - für Krimis sowieso - wenn eine dritte Möglichkeit auf den Plan tritt und uns wieder auf eine neue Spekulationsreise schickt.

 

Der Zuschauer nimmt einem am Anfang der Geschichte vieles ab (jeder Film erschafft seine eigene Welt und Regeln), aber verzeiht nichts am Ende.
Beispiel: Der Todesstern kann ganze Planeten sprengen, aber niemanden der Crew beamen.

 

Am Anfang des Films wird die Prämisse etabliert (bei "Zurück in die Zukunft": es existiert eine Zeitmaschine, als Form eines umgebauten Autos) und dann sollte schleunigst der Konflikt anfangen (das Auto fährt mit Plutonium, dass man in den 50er Jahren in der Masse noch nicht herstellen kann).

 

Die Geschlossenheit eines Plots zeigt sich darin, dass alles aus den Fugen gerät, sobald eine Szene oder ein Dialog an eine falsche Stelle gepackt oder entfernt wird.

 

Expositionen von Filmen sind meist langweilig. Alles muss erklärt werden, bevor die Geschichte in Gang kommt. Sie können die Zuschauer austricksen, indem Sie die Exposition in einer Konfliktszene unterbringen. Weil es so aussieht, als passiere etwas, glauben die Zuschauer, sie würden Zeugen einer Szene, anstatt einer Ansprache zuzuhören.
Beispiel: Im dritten Teil der Indiana Jones Reihe erfahren wir, wie der junge Indy zu seinen Markenzeichen kommt und wie die Beziehung zu seinem Vater ist. Das Ganze wird nicht durch einen Monolog vermittelt, sondern innerhalb einer Verfolgungsjagd nach einem wertvollen Amulett.

 

Tipps für wirksame Expositionen:
Verzichte auf jede Information, die nicht wesentlich ist oder im weiteren Verlauf ohnehin deutlich wird. Präsentiere notwendige Informationen in Szenen, die einen Konflikt enthalten und/oder witzig sind. Verschiebe den Einsatz von Expositionsdetails möglichst weit nach hinten und präsentiere sie, wenn es die größte dramatische Wirkung erzielt. Streue die Informationen als Häppchen, statt alles in eine Szene zu packen.

 

Sind die grundlegenden Spannungselemente gesetzt, dient jede folgende Szene dazu entweder die Hoffnung oder Furcht des Zuschauers zu verstärken oder ihn in ein Wechselbad der Gefühle zu werfen. Die Intensität der Emotionen sollte ständig wachsen und zwar für die Figuren und nicht für den Ausschaltknopf der Fernbedienung.

 

Am Anfang steht der Makrokosmos der Geschichte, der durch eine Outline oder ein Exposé festgehalten wird. Wenn dieses Grundgerüst steht, kann der Autor seine Energie und Kreativität auf den Mikrokosmos des Plots legen, Szene für Szene.

 

Dramatische Wirkung erzielt das, was wahrscheinlich, und nicht das, was möglich ist. Damit ist gemeint, dass die Glaubwürdigkeit einer Geschichte verringert wird, wenn unerwartete Ereignisse eintreten, die der Geschichte wieder Schwung geben, wie die unerwartete Ankunft einer einflussreichen Person, der Herzanfall, der einem prima in den Kram passt, die plötzliche Erbschaft, alles das, was der Autor aus dem Gebiet jenseits der Grenzen der Welt der Geschichte einführen würde. Im griechischen Theater wurde das "Deus ex Machina" genannt, der Geist aus der Maschine. Das heutige Publikum weigert sich Auflösungen zu akzeptieren, die sich nicht zwangsläufig aus dem Zusammenhang der Geschichte ergeben. Wenn man sich übernatürlicher Mittel bedient, dann muss man sie am Anfang der Geschichte etablieren. Außerdem sollte man beim Publikum ein Gefühl von Unausweichlichkeit der Geschichte vermitteln, ohne dabei voraussehbar zu werden.

 

Verwende Elemente für Vorankündigungen. So kann das Publikum hoffen/fürchten was passiert. Der Zuschauer wird mit eingebunden, stellt sich vor, was passieren könnte, aber er weiß nie, ob es auch so kommt. Damit sind die Zuschauer an die Geschichte gefesselt. Mittel für Vorankündigungen: Die Charaktere treffen Verabredungen, werden mit Fristen/Terminen konfrontiert, eine Prüfung steht bevor oder ein Plan wird verfolgt jemanden zu treffen oder irgendwo hinzukommen. Hauptsache die Figur will dieses Ziel erreichen. Vorhersagen, Omen, Tagträume, Versprechen, Erwartungen, Ankündigungen, Zweifel, Pläne und Sehnsüchte müssen in dein Drehbuch, um die Zuschauer zum Grübeln über die Zukunft der Identifikationsfigur zu bringen.

 

Bitte beachte, dass reine Aktion noch keinen guten Film macht. Auch wenn in einer Story jede Menge passiert, ohne dass gleichzeitig die Figuren untereinander Konflikte austragen, hast du keine dramatische Handlung. Ohne dramatische Handlung fesselt man kein Publikum.

 

Der größte Teil eines Drehbuchs sind Beschreibungen von Aktionen und Aktivitäten der Figuren. Da einem als Autor nicht mehr Mittel zur Verfügung stehen, sollte man viel Wert auf die Handlungen der Figuren legen und überlegen, wie sie von den Zuschauern wahrgenommen werden sollen.

 

Filme, in denen Personen in andere Bewusstseinszustände driften (z.B. Drogen, Krankheiten) sollten kommentiert werden (am besten durch eine neutrale Person, die uns gleicht oder einem Off-Kommentar), damit der Zuschauer es nachempfinden kann.

 



Figuren

 

Nicht der Autor bestimmt den Weg der Figuren, sondern es kommt aus den Charakteren selber. Vor allem beim Schreiben des Drehbuchs verhalten sich manche Figuren plötzlich ganz anders als geplant. Das spricht für die Lebensgeschichte, die Sie ihrer Figur gegeben haben. Um sie wieder auf den Weg des Plots zu bringen, braucht die Figur eine neue Vergangenheit oder besser noch: Sie lassen die Figur ihren Weg gehen.

 

Figuren sollten nicht darüber sprechen, wie sie sind oder was sie vorhaben. Handlungen sagen mehr über ihre Charaktere aus. Gesprochenes sind Luftblasen, die beim Zuschauer nicht hängen bleiben, aber Aktionen lassen uns mitfühlen und ein Teil der Figur sein.

 

Wie verleiht man seinen Figuren Charakter? Nützliche oberflächliche Charaktereigenschaften sind Sprache, Ausdrucksweise, Kleidung, Gestik, körperlicher Zustand, Eigenarten usw. Die wichtigste Figurenzeichnung ist jedoch die, wie derjenige sein Ziel erreicht.

 

Nicht nur die Hauptfiguren besitzen ein Ziel, sondern alle Figuren. Wenn man das weiß, bekommt man lebendige Charaktere und eine lebendige Geschichte. Auch wir selber sehen uns schließlich jeder für sich selber als Hauptfigur des Lebens. Also lassen Sie Nebenfiguren nicht als Stichwortgeber oder Zweckmittel verkommen, sondern hauchen Sie ihr etwas Leben und Persönlichkeit ein. Als Dank dafür erhalten Sie Konfliktpotenzial.

 

Das Schwierigste für uns Drehbuchautoren ist, das Innenleben der Figuren nach Außen zu kehren. Wir können keinen Innendialog, wie Romanschriftsteller nutzen. Uns bleiben nur die Handlungen, die von Absichten und Zielen unserer Figuren berichten. Handlungen können Zielvorstellungen, Begierden und Wünsche schildern, die miteinander in Konflikt geraten.

 

Hier der wichtigste Tipp: Habe jede deine Figuren lieb. Wirklich alle, auch die miesesten. Denn wenn du sie nicht magst, bekommst du am Ende nur Stereotypen.

 

Wie gehen wir und wie sollte unsere Hauptfigur an den Hauptkonflikt herangehen:
1. Sie suchen den Weg des geringsten Widerstands. Mit dieser einfachen Lösung versuchen sie die unangenehmste Konsequenz zu verdrängen.
2. Leugnung des Problems.
3. Jemand anderen darum bitten, dass sie das Problem löst, z.B. eine Autoritätsperson (Polizei, Eltern, Anwälte)
4. Erst wenn das alles nichts hilft, stellen sie sich dem Problem und versuchen es auf vernünftige Weise zu beseitigen.
5. Erst wenn unsere Figur alle Möglichkeiten ausgeschöpft hat, sind wir Zuschauer auf die Entweder/ Oder Situation fixiert. Es geht um alles und wir unterstützen unsere Figur auch bei unorthodoxen Methoden.

 

Grobskizzierung für ein Drehbuch oder was muss ein Exposé für Fragen beantworten:
Wer ist die Hauptfigur (Protagonist) und was will sie erreichen?
Wer sind die übrigen wichtigen Figuren und was wollen sie jeweils (ihre Ziele und Wünsche)?
Wie folgen die Ereignisse aufeinander und wie gliedern sie sich in Akte?
Wie sieht der Spannungsbogen aus und wie ist der Höhepunkt mitsamt Auflösung beschaffen?

 

Eine Figur kann zwischendurch mal nicht wissen was sie will, aber niemals der Drehbuchautor.

 



Thema

 

Das Beste, was einem in Sachen Thema passieren kann, ist, dass es schon am Anfang des Films sonnenklar ist.
Beispiel: Im Prolog von "Magnolia" ist die Message schon klar: Das Leben ist eine Aneinanderreihung von Zufällen.

 

Das Thema ist der persönliche Standpunkt, den der Drehbuchautor zum Stoff einnimmt. Es kommt spätestens bei der Auflösung zum Vorschein. Hier enthüllt der Autor, wie er seine Geschichte verstanden wissen will.

 

Wenn man ein Thema für seinen Stoff gefunden hat, sollte man trotzdem der Versuchung widerstehen und alle Figuren und Handlungen dieser These unterzuordnen. Das Thema ist Gegenstand der Geschichte und muss nicht in jeder Sekunde präsent sein.
Beispiel: In "Independence Day" ist das Thema Vater-Sohn Beziehungen, was unter den vielen Explosionen fast gar nicht auffällt.

 

Gute Autoren legen ihren Figuren nie Formulierungen in den Mund, die das Thema 1 zu 1 verraten. Statt Subtext halten die Figuren dann Ansprachen, wie sie gerne am Ende vom Filmen vorkommen. Die meisten Zuschauer distanzieren sich von diesen Volksrednern. Das Thema sollte eher darüber vermittelt werden, wie die Geschichte erzählt wird.

 

Es gibt Filme, die geltende Werte bestätigen (Titanic, Herr der Ringe) und damit unsere Gewissheiten und eigenen Wertvorstellungen bestätigen (das können wirklich gute Filme sein). Mitunter spannender sind aber die, die uns Probleme der Gegenwart und Zukunft des Menschen vorführen, für die es keine einfachen Lösungen gibt und die den Zuschauer Fragen stellen (Apocalypse Now, Traffic).

 

Es ist schön für den Zuschauer, wenn man Filme durchschaut, aber noch schöner ist die Überraschung, wenn man hinters Licht geführt wurde.

 

Große Geschichten drehen sich um einfache Fragen.

 

Ein Thema braucht nicht gleichzeitig durch Dialog und Handlung vermittelt werden. Wenn es möglich ist, sollte man die Handlung vorziehen.

 



Selbstmotivation

 

Traue dich, über etwas zu schreiben, dass du noch nicht kennst. Du wirst nämlich sehen, dass ein Teil von dir es doch kennt. Als Belohnung erhältst du das Gefühl, etwas Neues zu entdecken, etwas Neues über dich. Und für die meisten ist genau das der Grund, warum sie Autor werden.